Bausatzhäuser vs. Fertighäuser – Der Pro und Contra Vergleich

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Bausatzhäuser vs. Fertighäuser

Wer ein Haus bauen möchte, steht mit diesem Vorhaben vor einer Menge an Entscheidungen. Massivhaus oder Fertighaus? Schlüsselfertig bauen oder Selbstbauhaus? Bausatzhaus oder Ausbauhaus? Jeder muss sich überlegen, welche Form des Hausbaues zu den eigenen Möglichkeiten und Wünschen passt.

Was sind Fertighäuser?

Etwa 90 Prozent aller zukünftigen Bauherren in Deutschland entscheiden sich für ein Massivbauhaus. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich Massivhäuser in der Regel besser verkaufen lassen als ein Fertighaus. Unter dem Begriff Fertighaus wird ein Haus bezeichnet, das vorgefertigt an die Baustelle geliefert und dort zuende montiert wird. Die ersten Fertighäuser traten bereits 1848 während des Goldrausches in den USA in Erscheinung. Um den Massen eine Unterkunft zu bieten, schuf man Häuser die vorgefertigt sind und schnell ohne Fachpersonal errichtet werden können.

Oskar Blumenthal brachte 1893 von der Internationalen Weltausstellung in Chicago ein demontierbares Holzhaus nach Deutschland mit. Es war ein Haus mit Terrasse, Erker und Turm. Dieses wurde angeblich ohne einen einzigen Nagel einzuschlagen in Bad Ischl wiedererrichtet. Die ersten modernen Fertighäuser stammten aus Norwegen und Schweden, doch auch in Deutschland kam die Idee auf Fertighäuser herzustellen. Diese entstand, während die Entstehung von Holzwerkstoffplatten in den 20er und 30er Jahren begann. Der Bauhaus-Architekt Walter Gropius entwickelte 1931 in Deutschland ein Bauhaus aus vorgefertigten Wandtafeln und einer inneren Holzkonstruktion. Zwischen 1943 und 1945 verbesserte er seine Entwicklung in den USA zu dem Packaged House System. Hierher war er gekommen, nachdem er 1934 Nazi-Deutschland verlassen musste. In Deutschland wurde der Bau vorgefertigter Häuser erst nach dem Zweiten Weltkrieg gängig. Den richtigen Boom erlebte der deutsche Fertighausmarkt erst zu Beginn der 1960er Jahre.

Video: Welt der Wunder – Trend zum Fertighaus

Fertighäuser genossen jedoch zunächst einen schlechten Ruf. Einheitsarchitektur aus Pappe wurden sie genannt. Hinzu kam ein Skandal um in Fertighäusern eingesetzten PCP- und Lindanhaltigen Holzschutzmitteln. In den 1980ern lag der Anteil von Fertighäusern auf dem Markt nur noch bei knapp sieben Prozent. Gefragt waren Sie jedoch immer, sobald es um Soforthilfe in Erdbeebengebieten ging. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands erlebten Fertighäuser in den neuen Bundesländern eine Renissance.

2013 waren etwa 15,6 Prozent der neu gebauten Häuser in Deutschland Fertighäuser. Die Elemente von Fertighäusern können in Massivbauweise, als auch in Bausatzweise gefertigt sein. Als Fundament kann eine Bodenplatte oder ein Keller dienen. Die meisten Fertighäuser werden aus Holz gebaut. Sie bestehen aus Holzrahmen, die durch Querstreben stabilisiert werden. Diese werden mit Dämmmaterial gefüllt und innen mit Gipsplatten und außen mit Holzplatten abgedeckt. Mehrgeschossige Holzbauten werden normalerweise in Holztafelbauweise oder Hybridbauweise, das heißt als Holz-Beton-Verbund, umgesetzt. Diese Holzhäuser lassen sich in vielen Varianten errichten. Sie können sowohl als Fertighaus als auch als Bausatzhaus gekauft werden. Holz ist durch seine Bearbeitbarkeit und durch seine Nachhaltigkeit ein beliebter Baustoffe.

Es ist ein bisschen wie Lego – Bausatzhäuser sind einfach zu errichten. Eine Bauanleitung dient dazu, das Haus in Eigenleistung erbauen zu können. So kann der Traum vom Haus günstig verwirklicht werden. Vor dem Kauf sollte man sich überlegen, welche Variante des Bausatzhauses und welches Material das richtige ist. Doch wer durch den Bau eines Bausatzhauses sparen will, muss stattdessen sehr viel Zeit investieren. Bis zu zwölf Monate und sehr viele Arbeitsstunden dauert es bis das Traumhaus steht. Natürlich ist der Bauherr in der gesamten Bauphase nicht auf sich allein gestellt, da viele Hersteller einen Bauleiter zur Seite stellen. Deshalb sollte bei dem Kauf eines Bausatzhauses unbedingt auf die Betreuungskonditionen geachtet werden.

Umfrage: Hausbau in Deutschland

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Architektenhaus 37 in %
Selbst/eigenhändig bauen 27 in %
Fertighaus 19 in %
Baugemeinschaft 8 in %
Bauträger 7 in %

Quelle: © BHW / www.statista.de

Vorteile und Nachteile der Fertighäuser und Bausatzhäuser

Die kurze Bauzeit und das faire Preis-Leistungs-Verhältnis ist ein großer Vorteil dieser Art von Hausbau. Musterhäuser können schon vor dem Kauf besichtigt werden. Fertighäuser aus Holz haben eine gute Öko-Bilanz und durch die Dämmung einen kostengünstigen Heizverbrauch. Fertighäuser haben einen jedoch einen vergleichsweise geringen Schallschutz. Zudem verlieren Fertighäuser bereits nach einigen Jahren an Wiederverkaufswert. Serienmäig gefertigte Modelle machen nur einen kleinen Anteil der Fertighäuser aus. Mehr als Zwei Drittel sind individuelle Fertighäuser. Insgesamt ist das Raumklima eher trocken und beim Material gibt es nur eingeschränkte Auswahl. Bausatzhäuser sind ideal für jeden, der eine gehörige Portion handwerkliches und technisches Geschick sein Eigen nennt und die größt mögliche Menge an Geld für den Bau des Eigenheims zu sparen. Die Industrie liefert nämlich für den Haus Bausatz die entsprechenden Materialien vom Fundament bis zum Dach. Ebenso wird der Bauplan mit dem Haus Bausatz geliefert.

Handwerker Tipp

Keine übereilten Entscheidungen tätigen

Fertighäuser und ein Haus Bausatz zum Selberbauen haben sich etabliert. Gerade unter dem ökologischen Aspekt sind sie die großen Gewinner. Jeder der sich für eines dieser beiden Eigenheimmodelle entscheiden möchte, sollte sich im Klaren darüber sein, welche Bedürfnisse er hat und welche Möglichkeiten auch der Bauherr hat um beim Bau des Hauses selber anzupacken. Beim Haus Bausatz muss man sich über den erheblichen Zeitaufwand im Klaren sein, auch wenn die günstigen Preise natürlich locken. Für eine Entscheidung sollte man sich ausführlich beraten lassen und bestenfalls auch an verschiedenen Stellen nach Antworten suchen. Wer sich einmal bewusst für Fertighäuser oder Bausatzhäuser entschieden hat, wird seine Entscheidung nicht bereuen.

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Titelbild: © iStock.com/camdoc3

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Klaus Peters

Klaus Peters, 1970 in Dresden geboren, hat vor 10 Jahren seinen Handwerksmeister an der Meisterschule Hannover gemacht. Seit 2001 arbeitet und lebt der Frauenschwarm als selbständiger Handwerker (Gas & Wasser) in Berlin. Seit sein Sohn ihm vor zwei Jahren das Internet näher gebracht hat, ist der Naturliebhaber und Angler mittlerweile ein passionierter Blogger und Online-Redakteur in seiner Branche. Texte zu den Themen Garten, Möbel, Ein- und Umzug sowie Dekoration und Bau sind sein täglich Brot.

1 Kommentar

  • Antworten Dezember 14, 2014

    Marius

    Sehr geiler Artikel 🙂

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