Lebensmittel Konservierung und Lagerung: So geht’s richtig

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Milch wird sauer und Obst fängt an zu schimmeln – denn frische Lebensmittel sind verderblich. Um Lebensmittel länger frisch halten zu können, müssen Verderbungsprozesse verlangsamt oder gestoppt werden. Hierfür steht der Industrie eine Vielzahl von Methoden zur Verfügung. Eine Vielzahl dieser Möglichkeiten sind so simpel, dass sie auch vom Verbraucher selber durchgeführt werden können.

Die Richtige Lagerung von Lebensmitteln

Frische Lebensmittel sollten immer so kurz wie möglich aufbewahrt werden. Leicht verderbliche Ware sollte lieber in kleinen Mengen und dafür häufiger gekauft werden. So können diese auch verbraucht werden. Größere Mengen bergen immer die Gefahr zu verderben.

Beim Kauf von verpackten Lebensmitteln sollte stets das Mindesthaltbarkeitsdatum beachtet werden. Gemüse ist in der Regel unproblematisch mehrere Tage im Kühlschrank zu lagern. Dazu gehören beispielsweise Paprika, Tomaten, Gurken, Kohlrabi und Ähnliches. Wurzel- und Kohlgemüse ist auch außerhalb des Kühlschranks, kühl gelagert mehrere Wochen haltbar. Um Kartoffeln mehrere Monate zu lagern, sollten sie dunkel, trocken, luftig und kühl gelagert werden.

datteln

Obst ist nur wenige Tage haltbar

Obst ist für wenige Tage unproblematisch aufzubewahren, wobei Beerenobst hierbei in den Kühlschrank gehört. Süd- und Zitrusfrüchte sollten zwar kühl, jedoch nicht im Kühlschrank gelagert werden. Äpfel und Birnen sind am Besten dunkel im Keller untergebracht. So sind sie bis zu zwei Monate haltbar. Brot sollte immer in einem Brotkasten aufbewahrt werden. Weizenbrot ist etwa zwei Tage haltbar, Vollkornbrot bis zu zehn Tage. Trocken gelagertes Knäckebrot, Kekse und Zwieback können lange aufbewahrt werden.

Konservierung von Milchprodukten

Milch und Milchprodukte können durch Kurzzeiterhitzung, Hocherhitzung und Ultrahocherhitzung für bis zu sechs Monaten haltbar gemacht. Frischer Fisch sollte höchstens einen Tag im Kühlschrank lagern. Fleisch, Hackfleisch und geräucherter Schinken oder gekochter Schinken sollte immer im Kühlschrank aufbewahrt werden. Diese Lebensmittel sollten innerhalb von ein bis zwei Tagen verbraucht werden. Konserven sind viele Monate bis hin zu Jahren haltbar. Auch Tiefkühlkost ist bei mindestens -18 Grad Celsius aufbewahrt, einige Monate haltbar.

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Wie können Lebensmittel konserviert werden?

Grundsätzlich wird zwischen biologischen, chemischen und physikalischen Konservierungsmethoden unterschieden.

Biologische Konservierungsmethoden wirken auf den Stoffwechsel und die Entstehung von Mikroorganismen. Hierbei sind Milchsäuregärung und alkoholische Gärung die gängigsten Verfahren. Auch chemische Konservierung verhindert die Entstehung von Mikroorganismen. Diese chemischen Konservierungsstoffe unterliegen einer Zulassungsverordnung. Bei Fleischerzeugnissen, Fruchtsäften und Milcherzeugnissen sind diese verboten. Eine andere Methode der Konservierung ist die Nutzungs eines Vakuumier Gerätes, wodurch Qualitätsprodukte bis zu 10 mal länger haltbar gemacht werden.

Video: Apfelmus einkochen

Pökeln und kandieren

Lediglich bestimmte Nitrite dürfen beim Pökeln von Fleisch eingesetzt werden. Diese verhindern den Wachstum von Botulismuserregern, die eine Fleischvergiftung auslösen können. Physikalische Konservierungsverfahren entziehen Lebensmitteln Wasser denn ohne Wasser können Fäulnisorganismen nicht wachsen. Auch beim Trocknen oder Erhitzen wird dem Lebensmittel Wasser entzogen. Beim Pökeln und Kandieren wird Wasser von Salz und Zucker gebunden. Typische Lebensmittel sind hier gepökeltes Fleisch und kandierte Früchte.

Einkochen und Einmachen

Hierbei handelt es sich um eine physikalische Methode, Lebensmittel durch Erhitzen und Luftabschluss zu konservieren. Beim Einkochen wird ein Lebensmittel aufgekocht und heiß abgefüllt. Als Einkochgut eignen sich besonders Obst, Gemüse und Fleisch. Sogar Kuchen kann in Einmachgläsern gebacken und damit auch haltbar gemacht werden. Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Glastypen entwickelt, die sich in den Formen unterscheiden. Die Blütezeit des Einkochens begann im Ersten Weltkrieg bis in die 1960er Jahre.

Handwerker Tipp

Konservierung im 2. Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg kochten etwa 90 Prozent aller Haushalte in Deutschland Obst, Gemüse und andere Lebensmittel ein. Seitdem Tiefkühltruhen weit verbreitet sind, hat diese Form des Konservierens das Einkochen weitgehend abgelöst. In den letzten Jahren ist allerdings wieder ein Trend zum Einkochen zu erkennen. Dieser wird verursacht von dem Wunsch nach selbst gemachten und biologisch einwandfreien Lebensmitteln.

Lagerung von Lebensmitteln: Tipps vom Bundesministerium für Umwelt

Die richtige Lagerung von Lebensmitteln sollte immer beachtet werden, denn so werden die Lebensmittel in der Regel länger genießbar und es muss weniger weggeworfen werden. Ein Punkt, der in der heutigen Konsumgesellschaft immer wichtiger werden sollte. Gerade der Trend des Selbermachens und somit auch der Trend des selber haltbar machens und aufbewahrens ist eine wunderbare Entwicklung, die dazu beiträgt, dass sich wieder Gedanken dazu gemacht werden, achtsam mit den Lebensmitteln umzugehen.

Titelbild: © viafilms
Textbild: © igorr1

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Klaus Peters

Klaus Peters, 1970 in Dresden geboren, hat vor 10 Jahren seinen Handwerksmeister an der Meisterschule Hannover gemacht. Seit 2001 arbeitet und lebt der Frauenschwarm als selbständiger Handwerker (Gas & Wasser) in Berlin. Seit sein Sohn ihm vor zwei Jahren das Internet näher gebracht hat, ist der Naturliebhaber und Angler mittlerweile ein passionierter Blogger und Online-Redakteur in seiner Branche. Texte zu den Themen Garten, Möbel, Ein- und Umzug sowie Dekoration und Bau sind sein täglich Brot.

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