Offenes Wohnen – Vor- und Nachteile

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Offener Wohn- und Küchenbereich mit großer Fensterfront

Architekten und Bauträger haben eine Vorliebe für offene Grundrisse und grenzenlose Räume. Das offene Erdgeschoss ist bei Neubauten fast schon Standard. Die einzelnen Bereiche scheinen miteinander zu verschwimmen, das Wohnzimmer mit dem Esszimmer mit der Küche … Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein?

Offenes Wohnen – was sind die Vor- und Nachteile?

Eine offene Wohnung bietet den perfekten Rahmen für Experimente mit Designermöbeln, Skulpturen, Großpflanzen oder großformatigen Bildern. In kleinen Zimmern würden derartige Dekorationselemente erschlagend wirken, in opulenten Räumen kommen solche Statements optimal zur Geltung. Die moderne Grundrissgestaltung vermittelt Transparenz und Großzügigkeit. Ein Argument der Befürworter lautet, dass dort, wo keine Wände mehr trennen, vermehrt Kommunikation stattfindet.

Die Bewohner sind ständig zusammen, egal was sie gerade tun. Ganz selbstverständlich steht in Neubauwohnungen die Kücheninsel mitten im Raum, ein krasser Gegensatz zu den Miniküchen der 1990er Jahre. Für Familien mit kleinen Kindern durchaus ein Vorteil. Während des Kochens können die Kleinen beim Spielen beaufsichtigt werden.

Um eine mehr heimelige Atmosphäre im offenen Grundriss zu schaffen, gibt es einige beliebte gestalterische Möglichkeiten:

  • halbhohe Wände einziehen
  • offene Raumteiler aufstellen
  • Grünpflanzen zur Raumteilung arrangieren
  • unterschiedliche Ebenen durch Stufen und kleine Treppen schaffen

Offenes Wohnen hat nicht nur Vor- sondern auch Nachteile: Die Sehnsucht nach dem Rückzugsort

Beim offenen Wohnkonzept ist Ordnung das A und O. Familien mit kleinen Kindern wissen ein Lied davon zu singen, wie schnell sich aufgeräumte Gegenstände selbstständig machen und aus dem schicken Designerzimmer ein Chaoshaufen wird. Offene Küchen und Kochinseln verlangen nach absoluter Sauberkeit und einer leistungsfähigen Dunstabzugshaube. Wie sieht es aus, wenn der Nachwuchs größer wird?

Zum einen haben Pubertierende in der Regel den Drang, sich von den plötzlich schwierig gewordenen Eltern zurück zu ziehen, zum anderen fühlen sich die Erwachsenen von der Beschallung und/oder jugendlichen Permanent-Smartphone-Usern zunehmend genervt. Viele verzichten zugunsten eines großzügigen Wohnbereichs auf ein abgetrenntes Arbeitszimmer.

Allerdings gewinnt durch Laptops und Tablets die Arbeit am Home-Arbeitsplatz zunehmend an Bedeutung. Dabei braucht einerseits der Arbeitende Ruhe, andererseits sollen die anderen Familienmitglieder auch nicht durch Tastaturgeklapper gestört werden.

Video: Offenes Wohnen – Inspirationen

Offene Konzepte – Traum oder Albtraum?

Sowohl als auch. Ein Lösungsansatz könnte sein, die offenen Wohnräume so zu planen, dass sie sich den Bedürfnissen anpassen. Das heißt, die Planung sieht bereits vor, dass zu einem späteren Zeitpunkt Trennwände eingezogen bzw. demontiert werden können. Eine solche vorausschauende Planung kostet zunächst mehr Geld, das sich Bauherren gerne sparen würden, lohnt sich aber, wenn für die Zukunft alle Optionen offen bleiben sollen.

 

Handwerker Tipp

Nutzungsneutrale Räume

Möglich ist auch ein Mittelweg, bei dem Grundrisse mit großen nutzungsneutralen Räumen geplant werden. Solche Räume können sich in Wohn-, Schlaf-, Arbeits- oder Esszimmer verwandeln, ohne dass den Bewohnern die Decke auf den Kopf fällt. Verbindungstüren schaffen zusätzliche Weite.

Offenes Wohnen – Vor- und Nachteile abwägen und die Zukunft im Blick haben!

Das Dilemma ist, dass viele Häuslebauer zwar die Immobilie fürs Leben suchen, sich dabei aber am Status Quo orientieren. Beim Hausbau oder Wohnungskauf empfiehlt es sich, über den Tellerrand der Gegenwart hinauszublicken, um sich die Zukunft sprichwörtlich nicht zu verbauen.
Titelbild: ©istock.com – piovesempre

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Klaus Peters

Klaus Peters, 1970 in Dresden geboren, hat vor 10 Jahren seinen Handwerksmeister an der Meisterschule Hannover gemacht. Seit 2001 arbeitet und lebt der Frauenschwarm als selbständiger Handwerker (Gas & Wasser) in Berlin. Seit sein Sohn ihm vor zwei Jahren das Internet näher gebracht hat, ist der Naturliebhaber und Angler mittlerweile ein passionierter Blogger und Online-Redakteur in seiner Branche. Texte zu den Themen Garten, Möbel, Ein- und Umzug sowie Dekoration und Bau sind sein täglich Brot.

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