Restauration von antiken Möbeln: Diese Schritte sind notwendig

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Omas Dachboden, der Keller von Papa und der Flohmarkt sind oft wahre Fundgruben: Alte Möbel aus Holz liegen seit einigen Jahren wieder voll im Trend. Und da muss es nun nicht unbedingt etwas Neues sein, denn alte Möbel lassen sich recht gut selbst reparieren und restaurieren. Handelt es sich jedoch um antiquarische, wertvolle Stücke, sollte auch der begabte Hobbyhandwerker eher die Hände davon lassen und einen professionellen Restaurator oder eine Restauratorin beauftragen.

Material, Werkzeug und Kenntnisse: Gute Vorbereitung ist alles

Bevor mit der Instandsetzung des Möbelstücks begonnen wird, sollte man sich im Klaren darüber sein, was überhaupt gemacht werden muss. Manchmal sind Reparaturen nötig. Verzogene Schubladen, die schwergängig sind, sollten vor der Restauration passend gemacht werden. Hängende Türen benötigen neue Scharniere, Risse im Holz müssen aufgefüllt werden und rissiger Leim muss erneuert werden. Erst danach kann man sich der eigentlichen Restauration widmen. Es ist also erst einmal eine Bestandsaufnahme nötig: Was muss überhaupt alles gemacht werden? Welche Materialien und Werkzeuge sind dafür nötig? Was davon ist vorhanden, was muss nachgekauft werden oder kann ausgeliehen werden? Kann überhaupt alles selbst erledigt werden, oder ist fachlicher Rat nötig? Wer unsicher ist und ohnehin noch Werkzeug oder Material benötigt, kann sich im Baumarkt in der Regel beraten lassen.

Erst die Reparaturen, dann alte Farbschichten entfernen

Wenn alle Risse aufgefüllt, alles neu verleimt und passend gezogen ist, müssen die alten Farb- oder Lackschichten vom Holz abgetragen werden. Das geht mit Sandpapier in der Körnung 180 oder 240 sehr gut. Schmiergeln muss man grundsätzlich in der Richtung der Holzmaserung und mit geraden Bewegungen. Wenn sich Farb- oder Lackschichten nicht gut lösen lassen oder extrem dick sind, darf man auch mit etwas Verdünner arbeiten. Das ist eine flüchtige Flüssigkeit, die die Farbschichten aufweicht. Der Verdünner wird am besten im Freien aufgetragen, denn die Chemikalien sind extrem gesundheitsschädlich. Kurz einwirken lassen, dann können die Lackschichten oder Farbschichten mit der Spachtel vom Holz gehoben werden. Nach dem Arbeiten mit Verdünner muss das Holz aber noch einmal abgeschliffen werden. Bevor neue Schichten Lack oder Farbe aufgetragen werden, muss die Oberfläche trocken und staubfrei sein.

Video: Restauration von antiken Möbeln

Grundierung, Farbe, Versiegelung oder einfach nur Öl

Wie man Holz behandelt, um es widerstandsfähig und pflegeleicht zu machen, ist fast schon eine Glaubensfrage. Antike Möbel nehmen sich im Originalzustand natürlich ganz besonders gut aus. Viele Menschen mögen es aber auch, wenn das Holz wirklich wie Holz aussieht, inklusive Maserung, Wurm- und Astlöchern. In dem Fall kann das Holz mit einem einfachen Öl oder Wachs behandelt werden. Dadurch wird die Oberfläche versiegelt und das Holz geschützt. Schellack erfüllt eine ähnliche Funktion. Wer lieber Lack oder Farben verwendet, was gerade im Außenbereich manchmal sinnvoll ist, sollte sich unbedingt beraten lassen. Denn fast alle Produkte sind mehrschichtig, die Schutzschicht wird aus Grundierung, Lack oder Farbe und eventuell noch mehr Schichten unterschiedlicher Produkte aufgebaut. Was wirklich nötig ist, wie die Chemikalien zu handhaben sind und welche Effekte sie haben, weiß der Fachmann im Baumarkt.

Schöne Möbel aus zweiter, dritter oder vierter Hand

Sind die Holz- und Funktionsteile der Möbel repariert und restauriert, bleiben manchmal noch Polster, die bearbeitet werden müssen. Die originalen Polsternägel sollten vorsichtig gezogen und aufbewahrt werden. Oft sind sie ornamentiert und heute in dieser Form nicht mehr erhältlich. Alte Polsterschichten können entfernt und ersetzt werden. Wenn die alten Bezüge noch brauchbar sind, sollten sie vorsichtig gereinigt werden. Dann können sie wieder aufgezogen und mit den originalen Polsternägeln befestigt werden.

Handwerker Tipp
Sollten neue Bezüge nötig sein, werden Stoffe gewählt, die dem Original möglichst nahe kommen. Zuschnitt und Naht erfolgen von Hand. Ein Polsterer kann helfen. Insgesamt lohnt es, alte Möbel aufzubereiten und weiter zu nutzen, denn immerhin sind diese Relikte alter Zeiten mit Erinnerungen verbunden und haltbar.

Titelbild: © istock.com – Anastasiya_M

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Klaus Peters

Klaus Peters, 1970 in Dresden geboren, hat vor 10 Jahren seinen Handwerksmeister an der Meisterschule Hannover gemacht. Seit 2001 arbeitet und lebt der Frauenschwarm als selbständiger Handwerker (Gas & Wasser) in Berlin. Seit sein Sohn ihm vor zwei Jahren das Internet näher gebracht hat, ist der Naturliebhaber und Angler mittlerweile ein passionierter Blogger und Online-Redakteur in seiner Branche. Texte zu den Themen Garten, Möbel, Ein- und Umzug sowie Dekoration und Bau sind sein täglich Brot.

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