Wäsche im Winter trocknen – wie und wo?

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eingefrorene Wäscheklammer hängt an einer Wäscheleine

Es ist nicht mehr zu leugnen: die Tage werden kälter und kürzer, der Winter steht vor der Tür. Und wie jedes Jahr stehen wir wieder vor dem ganz alltäglichen Problem, dass die Wäsche im Freien nicht mehr trocken wird.
Was nun?

Vorsicht Schimmel! Wäsche im Winter trocknen – wie und wo?

Nicht jeder hat die Möglichkeit, einen Wäschetrockner aufzustellen oder seine Wäsche in einem Trockenraum aufzuhängen. Folglich bleibt nichts anderes übrig, als den Wäscheständer in der beheizten Wohnung aufzuklappen.

Aber Vorsicht! Auf diese Art kann es schnell zu Schimmelbildung an den Wänden kommen und der Ärger mit dem Vermieter ist vorprogrammiert. Nasse Wäsche lässt die Luftfeuchtigkeit im Raum ansteigen und Schimmelpilze lieben Feuchtigkeit. Ab einer Luftfeuchtigkeit von 65 % fühlen sie sich richtig wohl und gedeihen prächtig.

Je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit bindet sie. An sogenannten Wärmebrücken, dem Übergang zwischen warmer und kalter Luft, lässt diese Bindefähigkeit drastisch nach und das Wasser kondensiert. Die Tropfen rinnen an den Wänden herab und bereiten den optimalen Nährboden für eine Schimmelpilzkultur.

Diese sieht nicht nur hässlich aus und verbreitet mit der Zeit einen muffigen Modergeruch, Schimmelpilze sind auch eine akute Gefahr für die Gesundheit. Insbesondere Kinder und Menschen mit Allergien, Asthma oder einem geschwächten Immunsystem haben ein großes Risiko zu erkranken, wenn sie Schimmelsporen einatmen.

Der Wäscheständer sollte folglich in einem geheizten Raum aufgestellt und für eine gute Luftzirkulation gesorgt werden. Zehn Minuten Durchzug oder Stoßlüften bei weit geöffnetem Fenster kühlt die Wände noch nicht aus, so dass sich die benötigte Heizenergie zum Temperaturausgleich in Grenzen hält und das kleinere Übel darstellt.

Der Wäscheständer sollte so platziert sein, dass die Luft zwischen den Leinen an der kompletten Wäsche vorbei streichen kann, also mit der Stirnseite zum Luftstrom und nicht frontal.

Wäsche im Winter trocknen und dabei immer zum Fenster hinaus heizen?

Umweltbewusste und sparsame Menschen sehen in der oben geschilderten Vorgehensweise keine Dauerlösung. Gibt es noch weitere geeignete Maßnahmen? Die Antwort lautet „Ja“.

Mit ein paar einfachen Mitteln kann die Wäsche in der Wohnung trocknen und die Schimmelgefahr gebannt werden:

  • die Wäsche in der Waschmaschine gut trockenschleudern
  • ein Hygrometer anschaffen
  • den Ventilator nach der Sommersaison nicht wegpacken
  • einen Luftentfeuchter kaufen

Sofern es die Gewebe zulassen, ist eine hohe Drehzahl beim Schleudern das Mittel der Wahl, um überschüssiges Wasser aus der Wäsche zu entfernen. Ein Hygrometer, das für wenige Euro erhältlich ist, hilft, die Luftfeuchtigkeit im Raum zu überwachen und zu regulieren. Wer einen Ventiltor besitzt, kann diesen anschalten, um für mehr Luftzirkulation zu sorgen.

Handwerker Tipp

Die kostengünstige Lösung

Die beste Lösung ist jedoch die Anschaffung eines Luftentfeuchters. Diese Geräte entziehen der Raumluft die Feuchtigkeit und sammeln das Wasser in einem Behälter. Manche Marken verfügen über eine Einschaltautomatik. Sie werden nur dann tätig, wenn die Luftfeuchtigkeit einen bestimmten Wert überschreitet.

Die Maßnahmen vergleichen und abwägen

Langfristig betrachtet ist ein Wäschetrockner die bequemste und effektivste Lösung. Die Investition sollte durchaus in Betracht gezogen werden, sofern der Platz vorhanden ist. Aufgrund des derzeitigen Zinsniveaus bieten große Händler günstige Finanzierungsmodelle, teilweise mit einer Nullprozentverzinsung an. Alternativ gibt es auch sogenannte Ballontrockner, die platzsparend weggepackt werden können.

Wie so oft im Leben, hat jede Medaille zwei Seiten. Es gilt, die Vor- und Nachteile der jeweiligen Maßnahmen gegeneinander abzuwägen und die individuell passende Entscheidung zu treffen, wo und wie die Wäsche im Winter trocknen soll.

Titelbild: ©istock.com – Haidamac

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Klaus Peters

Klaus Peters, 1970 in Dresden geboren, hat vor 10 Jahren seinen Handwerksmeister an der Meisterschule Hannover gemacht. Seit 2001 arbeitet und lebt der Frauenschwarm als selbständiger Handwerker (Gas & Wasser) in Berlin. Seit sein Sohn ihm vor zwei Jahren das Internet näher gebracht hat, ist der Naturliebhaber und Angler mittlerweile ein passionierter Blogger und Online-Redakteur in seiner Branche. Texte zu den Themen Garten, Möbel, Ein- und Umzug sowie Dekoration und Bau sind sein täglich Brot.

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