Einzigartige Möbel: Automöbeldesign macht´s möglich!

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Das Auto ist den meisten ihr liebstes Spielzeug. Transportmittel, Selbstverwirklichung und Freiheit können sich im eigenen Fahrzeug zu einem Wert vereinen, der über die schnöde Nützlichkeit weit hinaus geht. Zum Verdruss vieler Autofans endet jedoch die gelebte Liebe zum Automobil am Garagentor und zur Schwelle der menschlichen Behausung. Findige Bastler wollten sich damit aber nicht zufrieden geben und haben das Auto in ansprechenden und schier unendlichen Formen in die eigenen vier Wände geholt. Der Clou dabei: es muss gar nicht einmal teuer sein.

Automobile Geschichte trifft auf Praktikabilität trifft auf Emotion

Wenn Autonarren auf die Idee kommen, altgediente Liebhaberautos aus der rostfressenden Umwelt zu retten, dann kommen dabei zum Beispiel Möbel für das ungewöhnliche Eigenheim heraus, sogenannte Automöbel. Eines ist klar: Automöbel sind weder Standard noch emotionslos. Denn zur Verarbeitung als Möbelstück kommen nicht einfach irgendwelche Fahrzeuge infrage und schon gar keine, die eben noch TÜV-geprüft die Einkäufe transportiert haben. Für Automöbel werden Schmuckstücke verwendet, die Seele haben.

So kann so manches Mal das – eigentlich unabwendbare –  Verschrotten aus nostalgischen oder emotionalen Gründen durchaus keine Option darstellen: das erste Auto vielleicht, oder ein kauziger, aber nicht mehr zu instand setzender Oldtimer. Die Gründe für eine Verarbeitung zum Automöbel sind jedenfalls genauso vielfältig wie das, was möbeltechnisch aus einem Auto werden kann.

Video:Kreative Möbel aus Autos

Aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Jeder hat bestimmt schon einmal in einem Film ein zur Couch umgebautes Heck eines Straßenkreuzers gesehen. Das ist aber noch lange das Ende der Fahnenstange, denn die Möglichkeiten zur Verwirklichung automobiler Möbelstücke sind nahezu unbegrenzt. Nicht von ungefähr hat die Automöbelbewegung ihre Wurzeln in den USA, deren Hang zum Autokult den Deutschen in nichts nachsteht – vielleicht nur ein wenig verrückter. Und um Verrücktes aus Autos zu machen, haben die Staaten beste Voraussetzung, denn immerhin sind amerikanische Autos seit den 1950ern Ikonen des Autodesigns.

Die alten Schiffe mussten aber erst in Würde ergrauen, bevor sich talentierte Schrauber daran wagten, sie zu Sitzmöbeln, Betten oder Tischen zu verarbeiten. Die Szene entwickelte sich schließlich in den 1980ern Jahren und hatte damit rund 30 Jahre Vorsprung bis der Trend nach Europa schwappte. Vielleicht lag es daran, dass Kadett, Golf und Co. etwas brauchten, um mit Kultstatus in die Wohnstube zu gelangen.

Kreative Beispiele von Automobildesign

Kult und Design in praktisch jeder Form

Das beste oder vielmehr schönste Möbelstück nützt allerdings nichts, wenn es nicht auch nützlich wäre. Ein Riesenvorteil eines ausrangierten Automobils ist seine enorme Reichhaltigkeit an Teilen. Während man Karosserieteile wie Motorhaube, Dach und Kotflügel in größere Möbel wie Kommoden, Beistelltische oder Stühle verwandeln kann, lassen sich auch deutlich kleinere Teile zu hübschen und hilfreichen Utensilien verarbeiten. Aus Knöpfen, Schaltern und Hebeln aus dem Armaturenbrett kann sich schnell eine illustre Garderobe ergeben. Selbst mechanische Innereien wie Zahnräder, Wellen oder Metallfedern können für ausgefallene Uhren oder funktionelle Skulpturen im Steampunk-Design verwendet werden.

Ganz nach dem Motto: Function follows form. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Kostengünstiges Selbermachen – DIY schont die Börse

Das Beste an Automöbeln ist, dass sie im Grunde jeder selbst herstellen kann. Natürlich lässt sich das frisch ausrangierte Lieblingsauto genauso gut zum professionellen Automöbeldesigner bringen. Das Resultat dürfte zwar entsprechend kosten, aber auch spektakulär sein. Für diejenigen, die aber günstiger und vor allem durch eigene Handarbeit an ihre ausgefallenen Neumöbel kommen wollen, bietet gerade die unglaubliche Variabilität und Flexibilität des Automöbelbaus beste Voraussetzungen dazu. Schließlich muss man nicht unbedingt ein Schweißer sein, um dem geschätzten Fahrzeug Teile zu entnehmen.

Handwerker Tipp
Der übliche Werkzeugkasten genügt meistens schon. Für alles Weitere gibt es sonst natürlich noch den Baumarkt. Mit ein bisschen Kreativität finden sich die Reifen im Klettergerüst für die Kinder wieder, Felgen als Party-Tische oder Türen als simple Raumtrenner wieder.

Der Überblick im Dschungel des Machbaren

Wem aber der Möglichkeiten zu viele sind oder dessen handwerkliche Fähigkeiten etwas zu unerprobt sind, kann sich im Netz jede Menge Anregungen besorgen. Oder sich dem E-Book „Automöbeldesign“ zuwenden. In kurzer und lockerer Form wird der Leser in die Grundzüge eingeführt und bekommt viele praktische Tipps, wie man zum ersten selbst gemachten Automöbel gelangt. Dazu noch ein wenig Geschick und Experimentierfreude und schon steht ein einzigartiges Möbelstück im Wohnzimmer. Da fehlt eigentlich nur noch das passende Liebhaberauto. Sollte keines vorhanden sein, erweist sich der nächste Schrottplatz sicher als eine wahre Schatzkiste.

Bildquellen: © Martin Schlund 

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Klaus Peters

Klaus Peters, 1970 in Dresden geboren, hat vor 10 Jahren seinen Handwerksmeister an der Meisterschule Hannover gemacht. Seit 2001 arbeitet und lebt der Frauenschwarm als selbständiger Handwerker (Gas & Wasser) in Berlin. Seit sein Sohn ihm vor zwei Jahren das Internet näher gebracht hat, ist der Naturliebhaber und Angler mittlerweile ein passionierter Blogger und Online-Redakteur in seiner Branche. Texte zu den Themen Garten, Möbel, Ein- und Umzug sowie Dekoration und Bau sind sein täglich Brot.

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