Haus nachhaltig bauen: 10 Punkte, die erfüllt sein müssen

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Familie vor PV-Anlage

Nachhaltigkeit ist vorausschauendes Handeln. Ein Haus nachhaltig zu bauen kann sich mitunter schwierig gestalten, denn die Kriterien sind streng. In unserem Ratgeberbeitrag finden sich die 10 wichtigsten Punkte, damit beim nachhaltigen Hausbau nichts mehr schief geht.

Was bedeutet Nachhaltigkeit im Hausbau?

Wer wissen möchte, was Nachhaltigkeit im Hausbau konkret bedeutet, sollte sich anfangs den gesamten Lebenszyklus eines Hauses ansehen. Dieser ergibt sich aus der Planung über die Nutzung bis hin zum Abriss.

Ökologie

An oberster Stelle steht das ressourcenschonende Wirtschaften. So können sich Hausbauer etwa die Fragen stellen, ob es statt Stahlbeton auch Holz oder Lehm sein kann? Sind alle Baumaterialien und -produkte umweltschonend?

Gut geplanter Materialeinsatz beugt Verschwendung vor. Eine Minimierung des Energie- und Wasserverbrauchs ist erstrebenswert, ebenso wie die Reduzierung des Flächenverbrauchs. Der Betrieb sollte insgesamt energiearm sein.

Ökonomie

Selbstredend ist eine Reduktion der Anschaffungs- und Investitionskosten wünschenswert. Darüber hinaus sollten jedoch Folgekosten und Langlebigkeit der Materialien berücksichtigt werden, denn Ökologie und Ökonomie greifen ineinander über.

Besonders ökonomisch kann etwa durch sparsame Leuchtmittel wie LEDs Geld gespart und zu gleich weniger Energie verbraucht werden.

Sozio-Kulturelles

Neben ökologischen wie ökonomischen Gesichtspunkten steht auch der Mensch im Mittelpunkt der nachhaltigen Bauweise. Das Haus stellt schließlich ein Zuhause dar, weshalb auch die Ästhetik des Gebäudes wie die Akzeptanz der Nachbarn entscheidend sind. Optimalerweise fügt sich das Haus in die umliegende Nachbarschaft nahtlos ein.

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Die Zertifizierung des Hausbauprozesses

Ökologie, Ökonomie, Sozio-Kulturelles – sind diese drei Kriterien erfüllt, ist die Nachhaltigkeit beim Hausbau gegeben. In Deutschland gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Zertifikat für das nachhaltige Gebäude zu erhalten:

  1. Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  2. Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude
  3. Building Research Establishment Environmental Assessment Method
  4. Leadership in Energy and Environmental Design

Anhand verschiedener Kriterienlisten kann der Zertifizierungsprozess der jeweiligen Stelle durchgeführt werden. Das ermöglicht wiederum, Fördermittel durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) in Anspruch zu nehmen. Umwelt- und Ethikbanken bieten darüberhinaus günstige Kredite für den Hausbau.

Effiziente Herangehensweise bei der Umsetzung

Die Umsetzung der ökologischen Dimension

Ohne Zweifel wird Nachhaltigkeit meist mit ökologischer Rücksichtnahme gleichgesetzt. Hier ist es in allererster Linie wichtig, mit umweltfreundlichen Materialien zu bauen. Dazu zählen Lehm, Ziegel, natürliche Dämmstoffe, Naturfarben und alle Stoffe auf Pflanzenbasis.

Nicht nachhaltig sind:

  • Rohölprodukte
  • chemische Lacke
  • Sand und Kies

Die Umsetzung der ökonomischen Dimension

Die erste Frage, die sich jeder Bauherr stellen sollte: Muss wirklich neu gebaut werden? Gibt es die Möglichkeit, einen bestehenden Bau zu sanieren?

Fällt die Entscheidung auf den Neubau, können folgende Ziele zur energieeffizienten Gestaltung heranzogen werden:

  • Photovoltaik und Solarthermie
  • Ökologische Wärmedämmung
  • Auf Klimaanlagen verzichten
  • Fenster und Türen mehrfachverglasen

Die Umsetzung der sozio-kulturellen Dimension

Für die dritte und letzte Dimension sind soziale „Skills“ gefragt. Frühzeitige Kommunikation mit den Nachbarn und anderen Anspruchsgruppen kann zukünftige Konflikte vermeiden.

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Handwerker Tipp

Mit der Erfüllung dieser 10 Punkte bauen Sie nachhaltig

  1. Ist ein Neubau wirklich nötig?
  2. Wie sieht der Lebenszyklus dieses Hauses aus?
  3. Energieeffizienz – Sparsame Leuchtmittel, Photovoltaik, Solarthermie, Wärmedämmung
  4. Umweltschonende Baumaterialien
  5. Sinnvoll planen – Verschwendung vorbeugen
  6. Wassersparen – Regenwassertank zur Gartenbewässerung, Sparspültasten
  7. Geringe Landversiegelung – weniger Wohnraumfläche muss nicht weniger Lebensqualität bedeuten
  8. Reduktion der Anschaffungs- und Investitionskosten
  9. Folgekosten und Langlebigkeit der Materialien
  10. Ästhetik des Gebäudes und Akzeptanz der Nachbarn

Wer nachhaltig baut, schafft etwas Bleibendes auch für nachfolgende Generationen.

Titelbild: ©iStock – anatoliy_gleb

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Klaus Peters

Klaus Peters, 1970 in Dresden geboren, hat vor 10 Jahren seinen Handwerksmeister an der Meisterschule Hannover gemacht. Seit 2001 arbeitet und lebt der Frauenschwarm als selbständiger Handwerker (Gas & Wasser) in Berlin. Seit sein Sohn ihm vor zwei Jahren das Internet näher gebracht hat, ist der Naturliebhaber und Angler mittlerweile ein passionierter Blogger und Online-Redakteur in seiner Branche. Texte zu den Themen Garten, Möbel, Ein- und Umzug sowie Dekoration und Bau sind sein täglich Brot.

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